Interview: Elisabeth C. Starzer

 

 

Sonne

 

 

 

 

 

Baumwipfel

 

 

 

 

 

herbstliches Blatt

 

 

 

 

 

Reflexion am Wasser

 

 

 

 

 

A cappella Chor "Auftakt"

 

 

 

 

 

 

 

 

Blüte

 

 

Kontakt

Woraus schöpfen Sie Kraft und Motivation für Ihre Arbeit?
Aus den Begegnungen - jedes Seminar, jedes Coaching ist wie ein eigenes Land mit seiner eigenen Bevölkerung, einer eigenen Geschichte, einer eigenen Kultur über 1, 2, oder 3 Tage. Mein Staunen über jedes dieser "Länder". Schenken und beschenkt werden - mich und meine fachlichen Qualitäten schenken, meine echte Wertschätzung für jede und jeden, der teilnimmt. Es ist wie: Alles geben - und noch mehr bekommen! Nach dem Motto: Das Gib in die Welt hinein, was du darin haben willst.

Haben Sie ein Jahresmotto?
Ja. Ein ganz weiches diesmal - ist mir fast peinlich, vielleicht weil ich das Weiche in der eher harten Welt zu schützen gewohnt bin? Also, mein Jahresmotto: "Das Leben ist süßer als du denkst, Elisa!"

Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf meinen Mut zur Veränderung. Auf meine Lebensneugier. Und auf meinen wunderbaren 10-jährigen Sohn, seinen manchmal eleganten Eigensinn und seinen Humor. Und darauf, dass ich mich immer noch an die verschiedensten Situationen anpassen kann. Und dass ich grad in 4 verschiedenen Sprachen Bücher am Nachttisch habe, die ich auch wirklich lese. Auf die Frau, die ich manchmal im Spiegel sehe.

Eine Lebensweisheit, die Sie ihren (künftigen?) Enkeln ans Herz legen würden ...
never say "never"! .

... ein Kunstwerk, das für Sie von besonderer Bedeutung ist?
Der Dom zu Mailand. Und die Budapester Oper.
Und "la gorda" (die Dicke) von Botero auf der Plaza Caicedo in Medellín.
Ein Gedicht von Jenny Holzer, das in Venedig auf eine Marmorbank im Garten der Guggenheim-Collection gemeißelt ist.
Und z.B. die folgenden 5 Bilder - ich habe sie mit meinen Worten direkt aus meinem Herz nachgemalt:
Joan Miró - femme assise; Gwyther Irwin - Serendipity; Giuseppe Santomaso - Vita segreta; Jackson Pollock - Moonwoman;

Was verbinden Sie mit dem Wort "lernen"?
Derzeit: das Vertraute verlieren, sich bewusst ver-unsichern, ungeschickt sein wie alle Anfänger - und "überleben", "am Leben" sein!.

Ihr Lieblingsbuch?
Markus Werner: Am Hang - das konnte ich nicht mehr weglegen bis zur letzten Seite. Tiziano Terzano: Un altro giro di giostra (noch eine Runde Karusell) - die medizinische Weltreise eines Krebskranken; mit vielen Gedanken und Beobachtungen, die mir gefallen. Marc Lévy: Et si c'était vrai (solange du da bist) - eine geheimnisvolle, zarte und sehr witzige Geschichte

Welche Reise würden Sie gerne machen?
Zum Beispiel 2 kanadische Städte noch näher kennenlernen: Montréal und Vancouver BC Mit einem 3-fach-Zeitdehner, damit genug Zeit zum Reden, genug Zeit zum Besichtigen und Entdecken, und genug Zeit zum Ausruhen ist. Oder eine "Klösterreich"-Reise. Hab grad im Internet entdeckt, dass es sowas gibt.

Oder mit ein paar Freunden rund um Spanien reisen, in verschiedenen Gruppierungen - zwischendurch Treffpunkte vereinbaren und einander erzählen, was wir erlebt haben und was die anderen sich unbedingt ansehen müssen. Dann wieder reisen und sich wieder treffen - Geschichten erzählen ("wie ist es euch ergangen mit dem linkshändigen Kellner im "Café Colón"?) Einander Schnitzeljagden legen in kleinen Städten, hinter der Kathedrale und in Bars kleine Kuverts mit Tipps verstecken...

Der Antisatz: Was können Sie nicht mehr hören?
"Das ist so." Mit diesem Satz stirbt der Austausch, das Gespräch, die Möglichkeit des einander Erreichens bei verschiedenen Ausgangspunkten.

Was macht für Sie eine wirklich gute Arbeits- oder Geschäftsbeziehung aus?
Dass man nebenbei auch über Gott und die Welt reden kann und sich nicht langweilt. Und ein Stück geteilter Humanismus; spürbarer Abstand zur reinen Profit-Orientierung.

Was ist Ihre Lieblingsfrage? Eine Frage, die Sie gerne hören?
Magst ein Dessert mit mir teilen?

Worüber werden Sie noch ein Buch schreiben?
Über Identität und Veränderung. Über die Arten der Einsamkeit.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Freunde aus?
Ich glaube, ich wähle nicht bewusst. Aber wenn ich zurückschaue auf meine "Auswahl" über die Jahre, fällt mir auf, dass ich vielleicht einen "leichten Hang" zu "leicht ungewöhnlichen" Menschen habe. Und ich glaube, es sind Menschen, die mit meinem vielen Unterwegssein umgehen können.

Gibt es für Sie Modelle und Vorbilder, an denen Sie sich orientieren?
Alle Menschen, die mit 50 noch was ganz Neues und Schönes erschaffen oder entdeckt oder erfunden haben. Ich sammle gerade solche Vorbilder.

Was möchten Sie noch lernen?
Viele Tänze richtig gut tanzen, mit allen möglichen Figuren drin, so ganz leicht hingetanzt. Immer "wissen", was ich grad fühle - mich darauf verlassen, dass es "richtig" ist - und es sagen können (das heißt nicht, sagen müssen). Vielleicht die ungarische Sprache - zumindest verstehen.

Welche Entscheidungen gab es in Ihrem Leben, die wegweisend und bedeutend waren?
Mutter werden. Für alles andere fehlt mir im Moment die Übersicht. Vielleicht war ja alles wegweisend, jeder Blick, jeder Atemzug, jedes Gespräch, jeder Schritt. Auch das Banale, Gewohnheiten Bildende, Unauffällige, das die Jahre prägt und das Gesicht formt, mit Lachfalten und Stirnfalten.

Womit sorgen Sie für Ihre persönliche Ausgeglichenheit und Balance?
Schlafen. Erzählen. Weinen. Mir von meinem Sohn ganz unerwachsene Dinge erzählen lassen. Meine Gedanken und Erlebnisse aufschreiben. Ganz persönliche e-mails schreiben mittendrin an einem Bürotag.

Ein persönlicher Musiktipp?
Du temps et de l'instant - alte Musik, süd-europäisch.

 

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