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Woraus
schöpfen Sie Kraft und Motivation für Ihre Arbeit?
Aus den Begegnungen - jedes Seminar, jedes Coaching ist wie ein eigenes
Land mit seiner eigenen Bevölkerung, einer eigenen Geschichte, einer eigenen
Kultur über 1, 2, oder 3 Tage. Mein Staunen über jedes dieser "Länder".
Schenken und beschenkt werden - mich und meine fachlichen Qualitäten schenken,
meine echte Wertschätzung für jede und jeden, der teilnimmt. Es ist wie:
Alles geben - und noch mehr bekommen! Nach dem Motto: Das Gib in die Welt
hinein, was du darin haben willst.
Haben
Sie ein Jahresmotto?
Ja. Ein ganz weiches diesmal - ist mir fast peinlich, vielleicht weil
ich das Weiche in der eher harten Welt zu schützen gewohnt bin? Also,
mein Jahresmotto: "Das Leben ist süßer als du denkst, Elisa!"
Worauf
sind Sie besonders stolz?
Auf meinen Mut zur Veränderung. Auf meine Lebensneugier. Und auf meinen
wunderbaren 10-jährigen Sohn, seinen manchmal eleganten Eigensinn und
seinen Humor. Und darauf, dass ich mich immer noch an die verschiedensten
Situationen anpassen kann. Und dass ich grad in 4 verschiedenen Sprachen
Bücher am Nachttisch habe, die ich auch wirklich lese. Auf die Frau, die
ich manchmal im Spiegel sehe.
Eine
Lebensweisheit, die Sie ihren (künftigen?) Enkeln ans Herz legen
würden ...
never say "never"! .
...
ein Kunstwerk, das für Sie von besonderer Bedeutung ist?
Der Dom zu Mailand. Und die Budapester Oper.
Und "la gorda" (die Dicke) von Botero auf der Plaza Caicedo in Medellín.
Ein Gedicht von Jenny
Holzer, das in Venedig auf eine Marmorbank im Garten der Guggenheim-Collection
gemeißelt ist.
Und z.B. die folgenden 5 Bilder - ich habe sie mit meinen Worten direkt
aus meinem Herz nachgemalt:
Joan Miró - femme assise; Gwyther Irwin - Serendipity; Giuseppe Santomaso
- Vita segreta; Jackson Pollock - Moonwoman;
Was
verbinden Sie mit dem Wort "lernen"?
Derzeit: das Vertraute verlieren, sich bewusst ver-unsichern, ungeschickt
sein wie alle Anfänger - und "überleben", "am Leben" sein!.
Ihr
Lieblingsbuch?
Markus Werner: Am Hang - das konnte ich nicht mehr weglegen bis zur letzten
Seite. Tiziano Terzano: Un altro giro di giostra (noch eine Runde Karusell)
- die medizinische Weltreise eines Krebskranken; mit vielen Gedanken und
Beobachtungen, die mir gefallen. Marc Lévy: Et si c'était vrai (solange
du da bist) - eine geheimnisvolle, zarte und sehr witzige Geschichte
Welche
Reise würden Sie gerne machen?
Zum Beispiel 2 kanadische Städte noch näher kennenlernen: Montréal und
Vancouver BC Mit einem 3-fach-Zeitdehner, damit genug Zeit zum Reden,
genug Zeit zum Besichtigen und Entdecken, und genug Zeit zum Ausruhen
ist. Oder eine "Klösterreich"-Reise. Hab grad im Internet entdeckt, dass
es sowas gibt.
Oder
mit ein paar Freunden rund um Spanien reisen, in verschiedenen Gruppierungen
- zwischendurch Treffpunkte vereinbaren und einander erzählen, was
wir erlebt haben und was die anderen sich unbedingt ansehen müssen.
Dann wieder reisen und sich wieder treffen - Geschichten erzählen
("wie ist es euch ergangen mit dem linkshändigen Kellner im
"Café Colón"?) Einander Schnitzeljagden legen
in kleinen Städten, hinter der Kathedrale und in Bars kleine Kuverts
mit Tipps verstecken...
Der
Antisatz: Was können Sie nicht mehr hören?
"Das ist so." Mit diesem Satz stirbt der Austausch, das Gespräch, die
Möglichkeit des einander Erreichens bei verschiedenen Ausgangspunkten.
Was
macht für Sie eine wirklich gute Arbeits- oder Geschäftsbeziehung
aus?
Dass man nebenbei auch über Gott und die Welt reden kann und sich nicht
langweilt. Und ein Stück geteilter Humanismus; spürbarer Abstand zur reinen
Profit-Orientierung.
Was
ist Ihre Lieblingsfrage? Eine Frage, die Sie gerne hören?
Magst ein Dessert mit mir teilen?
Worüber
werden Sie noch ein Buch schreiben?
Über
Identität und Veränderung. Über die Arten der Einsamkeit.
Nach
welchen Kriterien wählen Sie Ihre Freunde aus?
Ich glaube, ich wähle nicht bewusst. Aber wenn ich zurückschaue auf meine
"Auswahl" über die Jahre, fällt mir auf, dass ich vielleicht einen "leichten
Hang" zu "leicht ungewöhnlichen" Menschen habe. Und ich glaube, es sind
Menschen, die mit meinem vielen Unterwegssein umgehen können.
Gibt
es für Sie Modelle und Vorbilder, an denen Sie sich orientieren?
Alle Menschen, die mit 50 noch was ganz Neues und Schönes erschaffen oder
entdeckt oder erfunden haben. Ich sammle gerade solche Vorbilder.
Was
möchten Sie noch lernen?
Viele Tänze richtig gut tanzen, mit allen möglichen Figuren drin, so ganz
leicht hingetanzt. Immer "wissen", was ich grad fühle - mich darauf verlassen,
dass es "richtig" ist - und es sagen können (das heißt nicht, sagen müssen).
Vielleicht die ungarische Sprache - zumindest verstehen.
Welche
Entscheidungen gab es in Ihrem Leben, die wegweisend und bedeutend waren?
Mutter werden. Für alles andere fehlt mir im Moment die Übersicht. Vielleicht
war ja alles wegweisend, jeder Blick, jeder Atemzug, jedes Gespräch, jeder
Schritt. Auch das Banale, Gewohnheiten Bildende, Unauffällige, das die
Jahre prägt und das Gesicht formt, mit Lachfalten und Stirnfalten.
Womit
sorgen Sie für Ihre persönliche Ausgeglichenheit und Balance?
Schlafen. Erzählen. Weinen. Mir von meinem Sohn ganz unerwachsene Dinge
erzählen lassen. Meine Gedanken und Erlebnisse aufschreiben. Ganz persönliche
e-mails schreiben mittendrin an einem Bürotag.
Ein
persönlicher Musiktipp?
Du temps et de l'instant - alte Musik, süd-europäisch.

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