Interview: Gernot Bugram

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Woraus schöpfen Sie Kraft und Motivation für Ihre Arbeit?
Aus dem Adrenalin, wenn ein Text sich freiwillig in die Richtung bewegt, die ich mir wünsche. Aus der Zufriedenheit, wenn ein widerspenstiger Text und ich uns einigen. Aus den Endorphinen, wenn der Auftraggeber den Text zu Ende liest und dann grinst. Aus der unwiderstehlichen
Kraft im Tai Qi.

Haben Sie ein Jahresmotto?
Nein, nicht mehr. Manche Abschnitte meines Lebens dauern viel länger als ein Jahr, manche sind kürzer - und jeder verdient eigene Gedanken. Und die Kraft aus Bildern und Visionen kommt auch ohne Plan.

Eine Lebensweisheit, die Sie ihren Enkeln ans Herz legen würden?
"Vertrau dir."

Ein Kunstwerk, das für Sie von besonderer Bedeutung ist?
"Très rare tableau sur la terre" von Francis Picabia; Sie sehen es bei bei Guggenheim in Venedig. Man muss es sich aus größerer Entfernung ansehen - finde ich. Und natürlich das Tanzbild von Wolfgang Weiss, das bei mir in der Wohung hängt.

Worauf legen Sie besonderen Wert im Leben? In Ihrer Arbeit?
Dass es für mich stimmt, Gefühl und Verstand manchmal einer Meinung sind, kein "Muss" drängt, sondern ein "Will" zieht.

Ihr Lieblingsbuch?
Fachlich: Immer noch "Corporate Language" von Arnim Reins und "Deutsch!" von Wolf Schneider.
Literarisch, jetzt, zum Beispiel:
Kleines Wörterbuch für Liebende (Xiaolu Guo). - So viele Menschen, so viele Welten.
A Long Way Down (Nick Hornby). -Was eine neue Perspektive bewirken kann.
Die Abschaffung der Arten (Dietmar Dath). - Danke für diese Herausforderung, Mäx.
Das bin doch ich (Thomas Glaviniv). - Erfrischend.
Das Glück in glücksfernen Zeiten (Wilhelm Genazino). - Danke für den Blickwinkel, Traudi.
... und i
mmer noch "Lea" von Pascal Mercier.

Apropos schöne Geschichten, wie wäre es mit meinem Lieblingsfilm? Da gibt es auch keinen speziellen. Aber auf Monthy Python's können Sie mich immer einladen. Und "Die wunderbare Welt der Amelie" sehe ich immer wieder gern. Wie auch "Die fetten Jahre sind vorbei" oder "Alexis Sorbas" (In dieser Zeit so einen Film machen, Chapeau!), immer noch "Bella Martha".

Welche Reise würden Sie gerne machen?
Jetzt am liebsten durch italienische und französische Landschaften, mit viel Sonne und Pastellfarben und Gerüchen nach Kräutern und Sommerblumen und Wind vom Meer.

Der Antisatz: Was können Sie nicht mehr hören?
"Wir müssen alle Opfer bringen." Seltsamerweise sagen das immer die, für die Opfer bedeutet, kein Schampus zum Hummer. Okay, das ist jetzt gemein und böse - und führt gleich zum zweiten Satz, den ich nicht leiden mag: "So ist das Leben!" Ist es nicht.

Was macht für Sie eine wirklich gute Arbeits- oder Geschäftsbeziehung aus?
Respekt.

Was ist Ihre Lieblingsfrage?
"Warum nicht?"

Worüber werden Sie noch ein Buch schreiben?
Liebe.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Freunde aus?
Wähle ich? Wählt man Freunde? Sie schneien herein. Wahrscheinlich spielt Chemie im Kopf viel mehr Rolle als mir lieb ist. Aber wenn da jemand in mein Leben schneit: Willkommen!

Gibt es für Sie Modelle und Vorbilder, an denen Sie sich orientieren?
Ja. Immer wieder. Immer wieder neue. Manche aber jahrelang. Aber kein universelles. Die wichtigsten Schritte in meinem Leben musste ich doch immer selbst (er)finden.

Was möchten Sie noch lernen?
Einfach leben.

Welche Entscheidungen gab es in Ihrem Leben, die wegweisend und bedeutend waren?
Und was wollen Sie daraus lernen? Oder was soll die Frage? Auf der Basis einer Antwort, die mir gefällt (he he) können wir aber weiterreden ...

Womit sorgen Sie für Ihre persönliche Ausgeglichenheit und Balance?
Erzählen. Lachen. Weinen. Zuhören. Laufen. Tai Qi als Kampfkunst. Mich umarmen lassen. Espresso, Buch, Sonne und viel Zeit. Musik. Badewanne. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge und immer wieder ergänzt mit vielem anderen, aber das ist ja schließlich kein Ratgeberbuch.

Ein persönlicher Musiktipp?
Wise Guys. Querschläger. Daniel Melingo.
Willi Resetarits.

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