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Lebenskunst im Umgang mit den Lüsten
Jährlich findet im österreichischen Ort Lech ein "Philosophicum"
zu ausgewählten Themen statt. Aus dem Beitrag von Wilhelm Schmid haben wir ein Zitat herausgegriffen, - es soll zu inspirierenden Frühlingsgedanken verführen...
"... Die Lebenskunst kann auch in einer Vervielfältigung der Lüste bestehen, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen: Lüste der Sinne, also des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Tastens und Spürens, die ein inniges, intimes Genießen gestatten; Lüste des Denkens und der Reflexion, die sich in der Distanz der Abstraktion vollziehen; Lüste des Träumens und der Phantasie, in denen das Selbst fern ist von jedem Kalkül; Lüste der Erinnerung, die das gelebte Leben zu wiederholen erlauben; Lüste der Lektüre und des Gesprächs, die die Weite des Lebens zwischen Einsamkeit und Geselligkeit erfahrbar machen; Lüste des Lachens in allen Variationen, die Körper, Seele und Geist zugleich in Vibrationen versetzen; Lüste des bloßen Seins, die sich der Muße und Gelassenheit verdanken; Lüste des nomadischen Seins, die aus der vielfältigen Begegnung mit Anderen und Anderem resultieren. Die Fülle der Lüste, ihre Komposition und der gekonnte Umgang mit ihnen münden in eine Kunst der Erotik, die weit mehr umfasst als nur die Lust des Geschlechts, vielmehr eine körperlich-geistig-seelische Integrität realisiert."
Zit.: Schmid, Wilhelm: Hin zum Schönen? Zur Frage nach der Lebenskunst
in Zeiten der Krise des Eros. (Seite 27).
Innehalten, zu sich finden - wichtig für die vielen täglichen Entscheidungen. Hier finden Sie - langsam anwachsend - Impulsfragen. Von Zeit zu Zeit werden Sie hier neue finden. Nehmen
Sie sich drei Minuten Zeit für sich und Ihr Voranschreiten.
Frau Holle - nicht nur für Kinder ... Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, und die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die hässliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere musste alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen musste sich täglich auf die große Straße bei einem Brunnen setzen, und musste so viel spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang. Nun trug es sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen: sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Diese schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, dass sie sprach "Hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf." Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wusste nicht, was es anfangen sollte: und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und viel tausend Blumen standen. Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief "Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon längst ausgebacken." Da trat es herzu, und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus. Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voll Äpfel und rief ihm zu "Ach schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif." Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter. Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach "Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll's dir gut geh'n. Du musst nur acht geben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig auf schüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle." Weil die Alte ihm so gut zusprach, so fasste sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit, und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf, dass die Federn wie Schneeflocken umherflogen; dafür hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein böses Wort, und alle Tage Gesottenes und Gebratenes. Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wusste anfangs selbst nicht, was ihm fehlte, endlich merkte es, dass es Heimweh war; ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser ging als zu Hause. So hatte es doch Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr "Ich habe den Jammer nach Haus gekriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muss wieder hinauf zu den Meinigen." Die Frau Holle sagte "Es gefällt mir, dass du wieder nach Hause verlangst, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen." Sie
nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Tor.
Das Tor ward aufgetan, und wie das Mädchen gerade darunter stand,
fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen,
so dass es über und über davon bedeckt war. "Das sollst
du haben, weil du so fleißig gewesen bist", sprach die Frau
Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen
war. Darauf ward das Tor verschlossen, und das Mädchen befand sich
oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus: und als es in den
Hof kam, saß der Hahn auf dem Brunnen und rief: Da
ging es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam,
ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen. Das Mädchen erzählte
alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte, wie es zu
dem großen Reichtum gekommen war, wollte sie der anderen hässlichen
und faulen Tochter gerne dasselbe Glück verschaffen. Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und ging auf demselben Pfad weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder "Ach zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken." Die Faule aber antwortete "Da hätt' ich Lust, mich schmutzig zu machen!", und ging fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief "Ach schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif." Sie antwortete aber "Du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen!", und ging damit weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon zu faulenzen an, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht, wie sich's gebührte, und schüttelte es nicht, dass die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf. Die Faule war das wohl zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen; die Frau Holle führte sie auch zu dem Tor, als sie aber darunter stand, ward statt des Goldes ein großer Kessel voll Pech ausgeschüttet. "Das ist zur Belohnung deiner Dienste", sagte die Frau Holle und schloss das Tor zu. Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief "Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie." Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen.
Kommentar von Elisabeth Starzer Ich mag das Märchen - es gehört für mich zum Thema Zeitmanagement, genauso wie das Buch "Momo" von Michael Ende. Warum Zeitmanagement? Die Heldin ist für mich hier natürlich nicht die Frau Holle, sondern die Goldmarie. Und Heldin ist sie für mich nicht, weil sie so fleißig ist. Das mit dem fleißig Sein hätten die Pädagogen des 19.Jahrhunderts vielleicht gern so hingedreht... Ich finde sie gar nicht fleißig. Ich finde, sie ist "präsent". Sie weiß, was sie will. Sie folgt ihrer Sehnsucht, oder ihrer Not: "Spindel wieder finden. Und wenn ich umkomme dabei." Vielleicht sind Sehnsucht und Not oft ohnehin das selbe ... Sie hat alles riskiert und sich auf den Weg gemacht. Aber unterwegs hat sie die Augen offen. Sie taucht nicht "blind" durch, bis sie endlich am Ziel ist. Sie hört und sieht und riecht, was der Augenblick bietet und fordert. Wenn die Äpfel reif sind, muss man sie pflücken. Wenn die Kinder mit uns spielen wollen, dann müssen wir mit ihnen spielen. Später ist es zu spät. Diese Marie bleibt stehen, tut die Dinge mit Hingabe. Sie ist im flow - im Glück des 100%ig Tun. Jetzt, nur das. Und sie vergisst trotzdem nicht, was sie noch will und dass sie unterwegs ist. Aber sie versteht, was die Dinge "sagen". Die Chancen des JETZT: das, wofür die Zeit reif ist. Und sie scheint es mit Spaß zu machen. Die Äpfel reden zu ihr, sie hört das Brot im Ofen. Sie hat ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Das ist auch Zeitmanagement. Kein Wunder, dass man ihr die Verantwortung fürs Wetter und die Jahreszeiten gibt. To all things a season ...
Einige
Fragen für gelingende Anfänge - zum Einstimmen Eine alte Volksweisheit sagt: "Vorm Beginnen sich besinnen macht gewinnen." Die Einstimmung auf einen entschiedenen Anfang bewirkt, dass nicht alles gleichförmig dahinplätschert. Ein Anfang bricht die Gleichgültigkeit. Und Anfangssituationen gibt es viele - der Anfang für einen Tag, für die Woche, für ein Gespräch, für ein Projekt, für ein Jahr, für eine neue Geschäftsbeziehung, für einen besonderen Abschnitt... Auf
welchen Anfang freuen Sie sich?
Wenn
Sie nun mit einem Vorhaben anfangen: worauf freuen Sie sich besonders? 7 Fragen ... ...zur geistigen & emotionalen Hygiene Wann haben Sie zuletzt einen tiefen Seufzer der Entspannung und Zufriedenheit gemacht? Wann haben Sie sich zuletzt gewünscht, die Uhr möge stehen bleiben, die Zeit möge anhalten, um den Moment länger genießen zu können? Wann
haben Sie zuletzt bewusst etwas Wohltuendes für Ihren Körper
gemacht? Wann waren Sie das letzte Mal so richtig zufrieden mit sich selber und dem was Sie tun - außerhalb der Arbeit? Wann
haben Sie zuletzt ganz frei gelacht? Wann
fühlten Sie sich zuletzt wirklich ausgeglichen? Wann
waren Sie über sich selber erstaunt? Wenn
Sie mit Ihren Erinnerungen und Erlebnissen zu diesen 7 Fragen ein Gefühl
von Ferne und Sehnsucht verbinden - dann beginnen Sie doch noch einmal
von vorne und fragen Sie sich: Manches ist planbar, aber für vieles ist der erste große Schritt, sich das Wünschen zu erlauben.
"Zeit gewinnen" - die "Kieselstein-Geschichte" Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen nationalen Schule für Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa 15 Chefs großer nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten. Dieser Kurs war eine von fünf Stationen ihres eintägigen Lehrgangs. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln. Zuerst betrachtete der Professor in aller Ruhe einen nach dem anderen dieser Elitegruppe (sie alle waren bereit, alles was der Fachmann ihnen beibringen wollte, gewissenhaft zu notieren). Dann verkündete er: "Wir werden ein kleines Experiment durchführen." Er zog einen riesigen Glaskrug unter seinem Pult hervor und stellte ihn vorsichtig vor sich. Dann holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine, etwa so groß wie Tennisbälle, hervor und legte sie sorgfältig, einen nach dem anderen, in den großen Krug. Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Kieselstein mehr darin Platz hatte, blickte er langsam auf und fragte seine Schüler: "Ist dieser Krug voll?" Und alle antworteten "Ja." Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte: "Wirklich?" Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit Kies gefüllten Behälter hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die großen Kieselsteine und rührte dann leicht im Topf um. Der Kies verteilte sich zwischen den großen Kieselsteinen - bis auf den Boden des Krugs. Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: "Ist dieser Krug voll?" Dieses Mal begannen die gewieften Führungskräfte, seine Absicht zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: "Wahrscheinlich nicht!" "Gut!" antwortete der Professor. Er verschwand wieder hinter seinem Pult, und diesmal holte er einen Eimer Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den großen Kieselsteinen und dem Kies auf. Wieder fragte er: "Ist dieses Gefäß voll?" Dieses Mal antworteten alle ohne zu zögern im Chor: "Nein!" "Gut!" meinte der Professor. Und als hätten seine wunderbaren Schüler nur darauf gewartet, nahm er die Wasserkanne, die unter seinem Pult stand, und füllte den Krug bis an den Rand. Dann blickte er auf und fragte: "Was können wir aus diesem Experiment lernen?" Einer seiner Zuhörer, der gut nachgedacht hatte, antwortete: "Wir lernen, dass wir, selbst wenn wir denken, dass unser Zeitplan schon bis an den Rand voll ist, immer noch einen Termin oder andere Dinge, die zu erledigen sind, einschieben können - wenn wir es wirklich wollen." "Nein," enttäuschte ihn der Professor, "darum geht es nicht. Was wir aus diesem Experiment wirklich lernen können, ist folgendes: wenn man die großen Kieselsteine nicht als erstes in den Krug legt, werden später niemals alle hineinpassen." In dem Schweigen, das für einen langen Moment folgte, wurde allen bewusst, wie sehr der Professor recht hatte. Dieser fragte weiter: "Was sind in Ihrem Leben die großen Kieselsteine? - Ihre Gesundheit? Ihre Familie? Ihre Freunde? Die Realisierung Ihrer Träume? Das zu tun, was Ihnen Spaß macht? Dazulernen? Eine Sache verteidigen? Entspannung? Sich Zeit zu nehmen? Oder ... etwas ganz anderes? Wirklich
wichtig ist, ist dass Sie die GROSSEN KIESELSTEINE in Ihrem Leben an erste
Stelle setzten. Wenn nicht, laufen Sie Gefahr, es nicht zu meistern -
Ihr Leben. Wenn man zuallererst auf Kleinigkeiten achtet wie Kies und
Sand, verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug
Zeit für die wichtigen Dinge in seinem Leben. Mit einem freundlichen Wink verabschiedete sich der alte Professor und verließ langsam den Saal.
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